ZEITZEUGINNEN ZU GAST AN UNSERER SCHULE

Am 27. Juli durften die Klassen 9b und 9c eine ganz besondere
Unterrichtsstunde erleben: Im Rahmen der Vorbereitung auf die
Abschlussprüfung waren eine Zeitzeugin der DDR, Frau Grit Kussin sowie Frau
Pils, eine Lehrerin unserer Schule, die selbst in der DDR aufgewachsen
ist und dort als Leistungssportlerin aktiv war, zu Gast. Der Besuch
knüpfte unmittelbar an die aktuelle Unterrichtslektüre
„Weggesperrt“ von Grit Poppe an, die die Schülerinnen und Schüler
derzeit lesen.

Bereits im Vorfeld hatten sich die Klassen intensiv mit dem Thema
auseinandergesetzt. So besuchten sie gemeinsam das DDR-Museum in
Pforzheim, wo sie einen ersten authentischen Einblick in das Leben in
der DDR, den Alltag der Menschen sowie die Mechanismen des
Überwachungsstaates erhielten. Der Zeitzeugenbesuch bot nun die
Möglichkeit, die historischen Hintergründe mit persönlichen
Erfahrungen zu verbinden und den Roman auf besondere Weise lebendig
werden zu lassen.

Die Zeitzeuginnen berichteten eindrucksvoll von ihrem Leben in der DDR, den
staatlichen Einschränkungen, der fehlenden Meinungsfreiheit und den
Folgen politischer Repression. Dabei wurde deutlich, wie stark das Leben
vieler Menschen von Kontrolle und Angst geprägt war. Die persönlichen
Schilderungen machten den Schülerinnen und Schülern bewusst, dass die
Ereignisse, die sie in „Weggesperrt“ kennenlernen, auf realen
historischen Begebenheiten beruhen.

Frau Pils erzählte von ihrer Kindheit und Jugend in der DDR. Als ehemalige Leistungssportlerin konnte
sie authentisch schildern, wie Schule, Training und Alltag organisiert
waren und welche Erwartungen der Staat an junge Menschen stellte.

Besonders beeindruckend war die anschließende Fragerunde. Die
Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, ihre vorbereiteten
Fragen zu stellen, um ins Gespräch zu kommen. Sie wollten unter anderem
wissen:

* Wie bewusst war den Bürgerinnen und Bürgern die Überwachung durch
die Staatssicherheit (Stasi)?
* Gab es Dinge am Leben in der DDR, die Sie heute als positiv in
Erinnerung behalten haben?
* Wird die DDR rückblickend manchmal schlechter dargestellt, als sie
tatsächlich war?
* Wurde auch über Sie eine Stasi-Akte angelegt?
* Wie hat sich Ihr Leben nach der Wiedervereinigung verändert?

Der Besuch war eine wertvolle Ergänzung zum Unterricht und zur
Prüfungsvorbereitung. Die Begegnung mit Menschen, die die DDR selbst
erlebt haben, ermöglichte den Schülerinnen und Schülern einen
authentischen Zugang zu einem wichtigen Kapitel der deutschen
Geschichte.

Ein herzlicher Dank gilt unseren beiden Zeitzeuginnen, die sich die Zeit
genommen haben, ihre persönlichen Erfahrungen mit den Klassen zu
teilen, um die Vergangenheit für unsere Schülerinnen und Schüler
greifbar werden zu lassen.

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